Wie kann man Ton aufbereiten?

Wer schon einmal getöpfert hat, kennt diese Situationen nur zu gut: Unverhofft bleibt Ton übrig, der kreative Versuch auf der Drehscheibe entpuppt sich als nichts Halbes und nichts Ganzes, oder man vergisst schlichtweg den Ton luftdicht zu verschließen, sodass er vollkommen austrocknet. Doch keine Sorge, wir haben für jedes dieser “kleinen” Missgeschicke eine Lösung parat! 😊 In diesem Beitrag erklären wir dir anhand von vier Beispiele vier Möglichkeiten zum Ton aufbereiten.

Aufbereitung von Ton auf einer Gipsplatte

Ton aufbereiten: Von nass bis trocken – alles, was du wissen musst!

Teil 1: Harten Ton aufbereiten

Hast du dich jemals gefragt, wie du harten Ton aufbereiten kannst? Sollt dein Ton als Klumpen ausgehärtet sein, weil die Tontüte zum Beispiel nicht luftdicht verschlossen war oder du deinen Ton in einer Plastikbox lagert und der Dickel nicht fest geschlossen war, dann sind die folgenden vier Schritte die richtigen für dich. Wir erläutern dir in einfachen Schritten, wie du deinen harten Ton wieder geschmeidig machst, sodass er für dein nächstes Töpferprojekt bereit ist.

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Zuerst schnapp dir eine dichte Plastiktüte und fülle sie mit dem harten Tonstück und ein bis zwei Bechern Wasser.

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Anschließend verschließt du die Tüte und stellst sie in einen Eimer. In diesem Eimer gibst du dann so viel Wasser, dass die Tüte zu teilen mit Wasser bedeckt ist und die Öffnung der Tüte etwas hinausschaut.

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Nun wartest du mehrere Tage, damit die Physik ihren Job machen kann und das Wasser durch den Druck von Außen wieder in den Ton zieht und deinen Ton weich macht.

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Du kannst deinen Ton jetzt wieder ganz normal verwenden, denn das Wasser ist wieder tief in den Ton eingezogen. 

Teil 2: Nassen Ton aufbereiten

Auch bei zu nassem Ton ist noch lange nicht alles verloren. Im Gegenteil! Mit diesen vier Schritten zeigen wir dir, wie du nassen Ton aufbereitest und ihn so wieder optimal für deine kreativen Vorhaben nutzen kannst. Bei sehr nassem Ton ist es wichtig, dass du dem Ton etwas Zeit gibst, denn die einzelnen Schritte brauchen ihre Zeit. 

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Die nassen Tonreste vom Drehen auf der Drehscheibe sammelst du am besten in einem Eimer. Dieser sollte ausreichend groß und massiv sein.

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Nach ein bis zwei Tagen wird sich überschüssiges Wasser oberhalb von den Tonresten absetzen, welches du einfach mit einem Schwamm vorsichtig abnimmst.

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Anschließend vermengst du den Ton mit den Händen oder einem Farbrührer und einem Akkuschrauber. Den Farbrührer bekommst du im Baumarkt. Die Toncreme legst du dann auf eine Gipsplatte zum Antrocknen.

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Löst der Ton sich leicht von der Gipsplatte ab, ist es Zeit ihn auf einem Holzbrett mit deiner gewünschten Technik, zum Beispiel dem Widderkopf-Kneten, zu kneten und direkt zu verwenden. 

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Teil 3: Trockenen Ton aufbereiten

Trockener Ton ist kein Grund zum Verzweifeln. Insbesondere nach dem Abdrehen von deiner Keramik auf der Drehscheibe, oder wenn deine Keramik beim Trocknen einen Riss bekommt, hast du sehr trockenen Ton. Diese Reste brauchst du nicht zu entsorgen, sondern kannst sie einfach aufbereiten. Wir erklären dir, wie du trockenen Ton aufbereitest und ihm so neues Leben einhauchst. So kann das Töpfern nach einer kleinen Trockenphase weitergehen.

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Deine Reste vom Abdrehen sind knusprig trocken? Sammel deine Tonreste in einem Eimer.

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Damit du die Tonreste aufbereiten kannst, gibst du nun ordentlich Wasser auf den trocknen Ton. Du kannst zuschauen, wie das Wasser die Struktur vom Ton wieder aufweicht.

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Warte 1–2 Tage, dann hat sich der Ton unten abgesetzt und du kannst das überschüssige Wasser mit einem Schwamm abheben. Den Ton nun gut miteinander verkneten oder mit einem Akkuschrauber und dem passenden Farbrührer-Aufsatz vermengen.

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Den Ton auf eine Gipslatte geben und abwarten, bis der Ton sich von der Gipsplatte ablöst. Dann kannst du ihn auf einem Holzbrett mit deiner gewünschten Technik kneten und direkt verwenden.

Teil 4: Ton aufbereiten mit Gipsplatte und ohne Gipsplatte

Ob du nun eine Gipsplatte zur Hand hast oder nicht – es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Ton aufzubereiten. In diesem Abschnitt erfährst du, wie du Ton aufbereiten kannst, indem du eine Gipsplatte verwendest, und welche Optionen es gibt, Ton aufzubereiten ohne Gipsplatte.

Eine Gipsplatte lässt sich ganz einfach selber machen. Du kannst sie nutzen, um Feuchtigkeit aus deinem Ton zu ziehen. 

Wenn du eine Gipsplatte verwendest, solltest du immer für etwas Luftraum unter der Gipsplatte sorgen. Dies kannst du zum Beispiel machen, in dem du die Gipsplatte nicht direkt auf den Regalboden legst, sondern zwei Holzbalken zwischen den Regalboden und die Gipsplatte legst. 

Ohne Gipsplatte kannst du deinen Ton auch aufbereiten. Du kannst diesen zum Beispiel auf einem Tuch oder einer Holzplatte ausbreiten und an der Luft trocknen lassen. Dies kann natürlich etwas länger dauern, da ein Tuch die Feuchtigkeit nicht aktiv entzieht. 

Solltest du versuchen deinen Ton auf einer Holzplatte antrocknen zu lassen, musst du darauf achten, dass du die Position des Tons immer wieder variierst. Sonst kann es passieren, dass das Holz mit der Feuchtigkeit vom Ton vollziehen wird und sich so verformen kann. 

Egal, ob deine Töpferei ein Hobby oder eine Leidenschaft ist, das Wissen um die richtige Ton-Aufbereitung kann dir viel Zeit und Mühe ersparen. Mit den richtigen Techniken und ein wenig Geduld wird jeder Ton – egal ob hart, nass oder trocken – wieder zum idealen Werkstoff für dein nächstes Kunstwerk.

Falls du auf der Suche nach dem passenden Töpferwerkzeug für dein nächstes Projekt an der Drehscheibe bist, dann schau dir doch mal diese Produkte an: